Preisgestaltung
 




Warum wird auf den Stundensatz verzichtet?
 

Der Stundensatz an sich ist eine pure Abzocke, die es einem ermöglicht, soviel Geld beim Kunden zu kassieren, wie man es gerne hätte. Allgemeine Effizienz und Erfolg einer Beratung werden dabei gar nicht in Betracht gezogen. Übrigens, ich kenne sehr wenige Menschen, die ihre Zeit wirklich stundenweise verkaufen dürfen - moralisch gesehen. Es ist eine ziemliche Unverschämtheit, zu behaupten, dass eine Minute Beratung 1 oder 2 € kosten würde. Wobei eine normale Arbeitsstunde bei den Angestellten im Osten ungefähr 8 bis 10 € kostet.

Wie wird dann der Preis gestaltet?
 

Ich arbeite fast ausschließlich nach dem Paket-Preis-Prinzip. D. h. wir schätzen mit dem Kunden zusammen den ganzen Arbeitsumfang, planen, welche Mittel in Einsatz kommen (z. B. Coaching, Training, Konzeptentwicklung), setzen klare zeitliche Grenzen und dann endet das ganze mit dem festen Kostenvoranschlag.

Welche Vorteile hat so ein Paket-Preis?
  Viele. Vor allem, kann ich die finanziellen Möglichkeiten des Kunden wohl berücksichtigen, Rabatte machen oder etwas Gratis hinzufügen - Hauptsache, es ist dem Kunden von vorn herein absolut klar, wieviel und wofür er zahlen wird. Der Paket-Preis steht fest und bleibt ganz sicher ohne Veränderungen, egal, ob wir für das Erreichen der gesetzten Ziele vielleicht mehr arbeiten werden als gedacht.
Ist es möglich, ein Beispiel dazu zu nennen?
  Ja, sehr gerne:

Muster GmbH, mobiler Computerservice, 6 Angestellte, 2,5 Jahre auf dem Markt.

Einsatzregion: Rostock.

Zielgruppe: Privatpersonen und Kleinunternehmen.

Problem: andauernde Senkung der Umsätze, Kundenreduktion, Unmöglichkeit, alle Arbeitsplätze zu behalten, drohende Insolvenz.

Ursachen: Undifferenziertes Angebot, keine deutliche Marktnische, räumliche Zerstreuung (Kunden werden in ganz Rostock gesucht), fehlende Mitarbeitermotivation.

Lösung: Konzentration auf einen konkreten Stadtteil, Positionierung als örtlicher Computernotruf für "einfache Bürger", neue Dienstleistungen wie Hausbesuche oder Tanken von Tintenpatronen, Direkt-Marketing seitens der Mitarbeiter, Freibetrag zum Gehalt abhängig von den persönlichen Umsätzen.

Maßnahmen:

 Maßnahme  Dauer
 (Std.)
 Stundensatz bei
 gewöhnlicher
 Unt.-Beratung
 (durchschnittlich)
 Zwischen-
 summe
 Mein Preis
 (im Paket
 berücksichtigt)
 Erstgespräch  2,5 Std.  25,- €  62,50 €  Kostenlos
 Analyse der
 Verkaufsstrategie und
 des Marketings
 6 Std.  30,- €  180,- €  90,- €
 Konkurrenzakquise  12 Std.  30,- €  360,- €  280,- €
 Entwerfen eines neuen
 Marketingkonzeptes
 22 Std.  35,- €  770,- €  620,- €
 Konzipieren von neuen
 Werbematerialien
 16 Std.  30,- €  480,- €  380,- €
 Kommunikationstraining
 für die Mitarbeiter
 16 Std.  50,- €  800,- €  600,- €
 Einzelcoaching
 für die Mitarbeiter
 9 Std.  35,- €  315,- €  225,- €
 Coaching für den Chef  4 Std.  40,- €  160,- €  100,- €
 Nachträgliche Analyse
 und Korrektur der
 Verkaufsstrategie
 4 Std.  30,- €  120,- €  Kostenlos
 Ergebnisse  91,5 Std.  -  3427,50 €  2295,- €
 (tatsächl. 2300,-)
  Unterschied: 1127,50 €
Warum war denn der Paket-Preis so niedrig?
  Der Auftraggeber (eine real existierende Rostocker Firma) hat von Anfang an klar gemacht, dass er für die Leistungen nicht mehr als 2000,- € ausgeben könne. Ich habe ihn überzeugt, noch 300,- € hinzuzufügen, um den vollen Leistungsumfang zu bekommen. Damit gelang es uns zusammen, das Unternehmen wortwörtlich zu retten. Dieser Erfolg brachte mir drei neue Aufträge. Wenn ich in dieser Situation meinen Stundensatz stumpf erlangen würde, ginge der Kunde verloren.
Doch jeder weiß, dass hinter einem Tiefpreis immer ein Haken steckt. Was für einer diesmal?
  Es gibt keinen Haken, sondern gewisse Voraussetzungen, die beim Kunden erfüllt werden müssen. Die Zahlung erfolgt direkt nach dem Abschließen des Vertrags und vor dem Arbeitsbeginn. Quasi wie im Supermarkt: erst zahlen, dann abholen. Das verleiht mir eine gewisse Sicherheit. Ich habe einige male schlechte Erfahrungen gemacht, wo sich der Kunde erst beraten lässt und dann meine Ideen selbst verwirklicht. Man denkt, es sei eine klasse Angelegenheit, Geld zu sparen. Wenn ich davon im Vorfeld wüsste, würde ich meine Beratung ganz anders anpreisen. Will ich aber gar nicht.
Und welche Sicherheiten habe ich als Auftraggeber dabei?
  Es steht im Vertrag fest, dass wir mit dem Auftraggeber solange zusammen arbeiten, bis die geplanten Ziele erreicht werden. Beim Start weiß doch keiner genau, wieviel Zeit und was braucht man überhaupt dafür. Eventuell doppelt so viel, wie geplant. Doch der Preis steht fest, die Summe ist überwiesen. Es kann schon möglich sein, dass ich einen großen Beitrag absolut kostenlos leisten werde. Doch ich habe keine Angst davor.